Drucken

22.01.2021 – [English translation below] Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg ist der Pegasus-Stand immer etwas Besonderes, nicht nur wegen seiner Lage, auch wegen der Fülle des Gezeigten. Pegasus veröffentlicht ja nicht nur selbst reichlich, sondern ist auch Lokalisierer und Vertriebspartner für viele Partner, sodass es immer massig Neues zu sehen gibt. Doch in der messelosen Zeit geht alles etwas ruhiger zu. Und so präsentieren die Friedberger in diesem Frühjahr nur drei Neuheiten, zumindest was den Bereich der Kenner- und Expertenspielen angeht. Darunter unter anderem Cubitos, das bereits in den USA bei AEG erschienen ist.

Der Name Cubitos ist Programm. In dieser Welt ist alles irgendwie kubig, fast auch die Spielfiguren: ein Elefant, ein Schaf, ein Löwe und ein Affe, die sich ein Wettrennen liefern. Anfangs haben alle das gleiche Unterstützerteam, bestehend aus neun Würfeln. Aber wer vorankommen und siegen möchte, der muss nicht nur fix unterwegs sein, sondern auch seine Mannschaft mittels der Würfelergebnisse vergrößern und verbessern. Vier Rennstrecken sind im Spiel enthalten, zehn mögliche Rennvariationen, quasi ein Grand Prix, werden vorgeschlagen, zudem gibt es einen „Freies Rennen“-Modus. Das Spiel stammt von John D. Clair (Mystic Vale), der ein bisschen so etwas wie ein AEG-Hausautor ist. Das Spiel soll ab Februar verfügbar sein. Voraussichtlich. Auch das eine Lehre der Branche aus der Pandemie: Es kann immer wieder unverschuldet wie unerwartet zu Verzögerungen kommen.

 

Mit neun einzigartigen Kriminalfällen wartet City of Angels auf, bereits im Herbst von Pegasus angekündigt. Bis zu fünf Ermittler können versuchen, einen der Fälle im Los Angeles der 1940er-Jahre zu klären. Allesamt Ehrgeizlinge, die alles daran setzen, einen Fall lösen und den Täter dingfest zu wollen – selbst wenn das bedeutet, Verdächtige einzuschüchtern, Beweise zu unterschlagen und Spitzel anzuheuern, die ihre Kollegen verpfeifen. Es waren halt andere Zeiten. Besonders spannend: In der klassischen Version übernimmt einer der Spieler die Rolle des Stichels. Er „versucht, die Spieler durch Bluffs, Manipulationen und Lügen aufzuhalten beziehungsweise fehlzuleiten“. Dabei kommt eine neue Mechanik zum Einsatz: adaptive Antwortkarten. Dadurch soll, so erklärt es Pegasus, ein Verhör abwechslungsreicher und lebensechter werden, weil der Verdächtige unterschiedlich reagieren kann. Neben der Version für drei bis fünf Ermittler (inklusive Stichel beziehungsweise im Original chisel) gibt es auch eine Solo- und eine Duell-Variante. City of Angels von Evan Derrick (sehr stimmungsvoll von Vincent Dutrait illustriert) ist im Original bei Van Ryder Games erschienen und soll in Deutschland voraussichtlich im März verfügbar sein. Die Texte zu den Fällen hat übrigens Oliver Rohrbeck (aka der erste Detektiv Justus Jonas von den ???) eingesprochen. Auf der Pegasus-Homepage kann man auch schon einmal reinhören.

 

Zudem sorgt Pegasus dafür, dass Stronghold Undead von Ignacy Trzewiczek nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne 2019 auch auf Deutsch kommt. In diesem Duell stehen sich „der mysteriöse Nekromant Arkhton mit seiner Armee von Untoten und die Soldaten beziehungsweise Bewohner der Perlenburg“ gegenüber. „Wenn es Arkhton gelingt, die Mauern der Festung vor Ende der achten Runde zu durchbrechen, gewinnt er das Spiel. Und so versuchen die Verteidiger in jeder Runde, die Angriffe der Untoten und die mächtigen Zauber Arkhtons abzuwehren.“ Stronghold Undead ist asymmetrisch, wobei sich die jeweiligen Rollen laut Ankündigung komplett unterschiedlich spielen. Ab März soll der Titel verfügbar sein.

 

Wie jetzt? Das soll es gewesen sein? Bei Pegasus? Nein, es gibt noch mehr, aber eben nicht im Kenner- und Expertenbereich.

 

Da ist zum Beispiel noch Poo Poo Pets von Sophia Wagner. Die Spieler wollen die Kombinationen auf den Plättchen der Mitspieler erwürfeln. Wer es meint, geschafft zu haben, drückt das Quietsche-Häufchen in der Mitte und nimmt sich – wenn alles stimmt – das Plättchen. Im März soll es erscheinen.

 

Von vielen heiß ersehnt dürfte auch die lokalisierte Ausgabe von Everdell sein, das wir bereits in spielbox 6/18 besprochen haben. Das Spiel sieht nicht nur Bombe aus, sondern bietet Experten viele Entscheidungsmöglichkeiten. Aber Achtung: Das Aussehen täuscht darüber hinweg, dass es ordentlich zur Sache geht. Parallel kommt im April auch gleich die Erweiterung Pearlbrook heraus.