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12.07.2026 - Heute wurden in der Berliner nhow Music Hall die wichtigsten Jurypreise der Brettspielwelt verliehen. Moderiert von Jurymitglied Maren Hoffmann und Kolleg/innen, startete der Abend mit dem "Kinderspiel des Jahres". Diese Auszeichnung ging diesmal an Die Insel der Mookies von Florian Sirieix, erschienen bei Kosmos / Scorpion Masqué, in dem Fantasiewesen auf von der Künstlerin Seppyo fantasievoll illustrierten Karten gesammelt werden.

 

 

Autor Sirieix hatte das Spiel für seinen kleinen Sohn entwickelt, der sich eine kurze Spieldauer wünschte; für ihn entstand ein Spiel ohne Kämpfe, nur mit süßen kleinen Tieren. Ein Nachfolger soll schon 2027 erscheinen. Die Jury begründete ihre Wahl: „Mit wenig Regeln entsteht bei Die Insel der Mookies am Spieltisch ein spannendes Duell, von dem Kinder nicht genug kriegen können. Die Aufgabe ist elegant auf das Wesentliche reduziert und wächst dabei aber taktisch mit den Kindern mit. Durch die liebevolle Aufmachung entspringt der kleinen Schachtel in wenigen Minuten nicht nur eine Insel, sondern eine kleine Welt.“

Sirieix war auch mit einem weiteren Titel nominiert, dem Merkspiel Buh Party, das er gemeinsam mit Benoit Turpin bei Loki veröffentlichte. Die dritte Nominierung hielt Verflixt verzaubert von Thomas Dagenais-Lespérance (Game Factory), in dem Zauberschüler ermitteln und bluffen.

Kinderspiel-Jurykoordinator Christoph Schlewinski berichtete, er beobachte selbst eher, als in Kinderrunden mitzuspielen, vor allem das erste Mal, wenn Kinder etwas Neues ausprobierten. Der Jahrgang sei sehr kreativ gewesen, habe eine große Auswahl geboten und auch relativ viel für jüngere Kinder ab vier Jahren enthalten.

Darüber hinaus wurden auch die Kinderspiele auf der Empfehlungsliste der Jury erwähnt: Kleiner Stinker, Magische Spiegel und Paleolino. Die Kinderspiel-Beirätin Kristina Hartleb brachte zwei Kinder mit auf die Bühne; auf Maren Hoffmanns Frage, ob sie lieber Mathe- und Deutschunterricht hätten oder eine Stunde mit Frau Hartleb durchspielten, antwortete einer der Jungs ohne Zögern "Deutsch", was Hoffmann als Beweis wertete, dass hier wirklich nichts geskriptet sei.

Als Nächstes folgte das "Kennerspiel des Jahres", das die Schwelle etwas höher legt als das "Spiel des Jahres" für alle, die mit etwas mehr Regeln zurechtkommen. Den Preis für sein Werk Rebirth (Verlag: Mighty Boards / Frosted Games) holte sich Autor Reiner Knizia im stilechten Kilt ab, denn er lädt in seinem Spiel zum Burgenbauen in Schottland ein. Jurymitglied Stephan Kessler beschrieb die Idee als eine Verbindung von zwei Systemen, konfrontativ wie auch konstruktiv; was davon zum Tragen komme, entschieden die Spielenden.

 

 

Die Jury kommentierte: „Das einfache Grundprinzip von Rebirth eröffnet eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten. Das Regelwerk ist elegant und zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Die direkte Konkurrenz auf dem gemeinsamen Plan führt zu einem lebendigen und interaktiven Erlebnis, bei dem die konstruktive Planung im Vordergrund steht."

Reiner Knizia sagte, ihm sei vor allem ein einfacher Zugang wichtig gewesen mit recht schnellen Zügen ohne Warten, jedoch kombiniert mit tiefgehenden Entscheidungen. Er dankte unter anderem auch seinen Testern, die einen ganz wesentlichen Teil des Spiels ausmachten. Feste Methoden führten laut Knizia auf ausgetretene Pfade, weshalb man immer neue Einstiegspunkte finden müsse, um Neues schaffen zu können. Auf die Frage, wie er ausgerechnet auf Malta einen Verlag gefunden habe, antwortete er, es sei heute egal, wo ein Verlag sitze, weil es überall geeignete Partner wie Frosted Games zur Lokalisation gebe. David Chircop von Mighty Boards kündigte für nächstes Jahr neue Veröffentlichungen zum Thema Rebirth an. Sein Kollege Gordon Calleja fügte hinzu, egal, wie es gerade auf der Welt zugehe, müsse man immer wieder unterstreichen, dass die Menschheit überleben könne, wenn sie zusammenarbeite. Man müsse sich die Welt dazu als einen besseren Ort vorstellen; nicht umsonst bestehe das Spiel aus nachhaltigen Materialien. Zum Schluss bat Reiner Knizia ausdrücklich darum, auch alle anderen Nominierten zu spielen.

Rebirth setzte sich damit gegen die anderen Kennerspiel-Nominierten, den Rollenspiel-Boss-Battler Boss Fighters QR mit App-Unterstützung von Lukas Zach und Michael Palm (Pegasus Spiele) sowie die Mond-Besiedlung Moon Colony Bloodbath von Donald X. Vaccarino (Alea) mit vielen Leben-oder-Tod-Momenten, durch.

Der SdJ-Vorsitzende Harald Schrapers präsentierte die Kennerspiel-Empfehlungsliste mit Artengarten, Frosted Blooms, Grundstein von Metropolis und Tag Team. Dieses Jahr habe man 570 Spiele gesichtet. Es erschienen so viele, dass sich tatsächlich keine breiteren Trends abgehoben hätten. Seit 2012 habe der Verein Spiel des Jahres außerdem mehr als 1.000 Spielprojekte gefördert; 370 Spielepakete seien für die Initiative "Spielend für Toleranz" in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt worden, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzt.

Der Hauptpreis des Abends mit der größten Zielgruppe ging 2026 zum ersten Mal überhaupt an einen Autor aus dem globalen Süden: Martin Ang aus Indonesien gewann mit seinem Wortassoziationsspiel Dito! (Game Factory) das "Spiel des Jahres" für die ganze Familie. Harald Schrapers freute sich darüber, dass dieser "blinde Fleck" nun behoben sei, und hoffte, dass es in Zukunft vielleicht auch Spiele aus Afrika oder Südamerika in die Auswahl schafften. Laut Jo France von der Jury funktioniere Dito! auch gut mit Leuten, die man noch nicht kenne; dann gebe es sogar für neue Bekanntschaften "Best Friend"-Sterne für dieselben aufgeschriebenen Wörter.

 

 

Martin Ang erzählte, dass sich ein ganzes Team die Fragen des Spiels ausgedacht habe. In Indonesien seien Partyspiele wie Dito! sehr beliebt, weshalb es auch dort super angekommen sei. Ang bedankte sich bei seinen Weggefährten in Indonesien, wo es gerade mitten in der Nacht war, und beim Verlag Game Factory, der an Dito! geglaubt habe. Groß sei die Unterstützung gerade in Asien in den sozialen Medien gewesen.

Dito! verwies die Mitnominierten auf die Plätze: Cozy Sticker Ville von Corey Konieczka (Unexpected Games), der sich dafür von digitalen "Wohlfühlspielen" wie Animal Crossing und Stardew Valley hatte inspirieren lassen, sowie Morty Sorty Magic Shop von Markus Slawitscheck (Schmidt), dessen Zaubertrank-Regaleinräumen sich Anleihen beim Wiener Naschmarkt holte.

Auf der "Spiel des Jahres"-Empfehlungsliste tummeln sich 2026 Hot Streak, Meister Makatsu, Take Time, Toriki, Toy Battle und Wilmot's Warehouse.

Ein Gast auf der Bühne war Carol Rapp, Chefin des Merz-Verlags, der die weltgrößte Brettspielmesse SPIEL in Essen organisiert. Sie schwärmte davon, dass jedes Mal "Magie passiert", wenn Verlage, Autoren und Besucher in Essen zusammenkommen.

Ebenfalls in Berlin dabei war die Fußballerin Kerstin Garefrekes, ehemalige deutsche Nationalspielerin und aktuell Co-Trainerin des U23-Frauen-Nationalteams. Sie betonte auf Anfrage der Moderation, dass sich Menschen inzwischen nicht mehr über fußballspielende Frauen oder über Brettspielerinnen wunderten, weil alles zur Gesellschaft dazugehöre. Für ihre Spielerinnen stünden immer Brettspiele bereit; bei längeren Lehrgängen sei es wichtig, dass man auch mal ein anderes Thema habe als Fußball, und ein Spieleabend sei "die beste Teambuilding-Maßnahme, die es gibt." Garefrekes spiele sowohl kompetitiv als auch kooperativ gern, aber auch sie habe das Verlieren erst lernen müssen.

Anlässlich der Preisverleihung wurde auch an Reinhold Wittig erinnert, Gründer des Verlags Edition Perlhuhn und des Göttinger Spieleautorentreffens, der am 11.4. gestorben war; er war eine treibende Kraft hinter der "Bierdeckelproklamation" und dem Engagement dafür, Autorennamen auf Spieleschachteln abzudrucken.

Die ganze Verleihung im Video ist hier zu sehen.
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Today, the most prestigious jury awards in the board game world were presented at Berlin’s nhow Music Hall. Hosted by jury member Maren Hoffmann and her colleagues, the evening began with the “Kinderspiel des Jahres” for the best children's game. This year’s award went to Die Insel der Mookies (Mooki Island) by Florian Sirieix, published by Kosmos / Scorpion Masqué, in which players collect fantasy creatures on cards imaginatively illustrated by the artist Seppyo.

Designer Sirieix developed the game for his young son, who wanted a game with a short playing time; for him, he created a game without battles, featuring only cute little animals. A sequel is set to be released in 2027. The jury explained its choice: “With just a few rules, Die Insel der Mookies creates an exciting duel at the gaming table that children can’t get enough of. The objective is elegantly reduced to the essentials, yet it grows tactically along with the children. Thanks to its charming design, the small box gives rise not just to an island, but to a whole little world in just a few minutes.”

Sirieix was also nominated for another title, the memory game Buh Party, which he published with Benoit Turpin at Loki. The third nomination went to Verflixt verzaubert by Thomas Dagenais-Lespérance (Game Factory), in which sorcerer’s apprentices investigate and bluff.

Christoph Schlewinski, coordinator of the children’s games jury, reported that he tended to observe rather than play along with children, especially the first time they tried something new. He noted that this year’s selection was very creative, offered a wide variety of options, and included quite a few games suitable for younger children as young as four.

In addition, the children’s games on the jury’s recommendation list were also mentioned: Kleiner Stinker (You Little Stinker), Magische Spiegel (Half-and-Seek), and Paleolino. Children’s games advisory member Kristina Hartleb brought two children on stage; when Maren Hoffmann asked them whether they’d rather have math and German class or spend an hour playing games with their teacher, one of the boys answered “German” without hesitation, which Hoffmann took as proof that nothing here was scripted.

Next up was the “Kennerspiel des Jahres,” which sets the bar a bit higher than the “Spiel des Jahres” for experienced players who can handle a few more rules. Designer Reiner Knizia accepted the award for his game Rebirth (publishers: Mighty Boards / Frosted Games) while wearing a traditional kilt, as his game invites players to build castles in Scotland. Jury member Stephan Kessler described the concept as a combination of two systems — both confrontational and constructive — with the players deciding which aspect would prevail.

The jury commented: “The simple core concept of Rebirth opens up a wide range of tactical possibilities. The rules are elegant and force players to focus on what matters most. The direct competition on the shared board leads to a lively and interactive experience that emphasizes strategic planning.”

Reiner Knizia said that, above all, he wanted the game to be accessible, with fairly quick turns and no waiting, yet combined with deep strategic decisions. Among other things, he also thanked his testers, who played a crucial role in the game’s development. According to Knizia, sticking to established methods leads down well-trodden paths, which is why one must always find new entry points in order to create something new. When asked how he found a publisher in Malta of all places, he replied that it didn't matter today where a publisher was based, because there were suitable partners for localization everywhere, such as Frosted Games. David Chircop of Mighty Boards announced new Rebirth releases for next year. His colleague Gordon Calleja added that no matter what’s going on in the world right now, it was important to keep emphasizing that humanity could survive if it worked together. Finally, Reiner Knizia expressly asked everyone to play all the other nominees as well.

Rebirth thus prevailed over the other Kennerspiel nominees: the app-supported role-playing boss-battler Boss Fighters QR by Lukas Zach and Michael Palm (Pegasus Spiele), and the moon colonization game Moon Colony Bloodbath by Donald X. Vaccarino (Alea), which features many life-or-death moments.

SdJ chairman Harald Schrapers presented the list of Kennerspiel recommendations, which included Artengarten (Sanctuary), Frosted Blooms, Grundstein von Metropolis (Foundations of Metropolis), and Tag Team. This year, the organization reviewed 570 games. So many were released that no broad trends actually stood out. Since 2012, the Spiel des Jahres association has also financially supported more than 1,000 game projects; 370 game collections were sent by the “Spielend für Toleranz” initiative in Germany, Austria, and Switzerland, which works to combat racism and xenophobia.

The evening’s top prize, aimed at the broadest audience, went for the first time ever to a designer from the global South: Martin Ang from Indonesia won the “Spiel des Jahres” award for the whole family with his word-association game Dito! (Game Factory). Harald Schrapers was pleased that this “blind spot” had now been addressed and hoped that in the future, games from Africa or South America might also make it into the finals. According to jury member Jo France, Dito! even worked well with people one doesn't know yet, in which case there are even “best friend” stars for new acquaintances for the same written-down words.

Martin Ang explained that an entire team had come up with the game’s questions. Party games like Dito! are very popular in Indonesia, which is why it was such a hit there. Ang thanked his colleagues at home — where it was the middle of the night at the time — and the publisher Game Factory for believing in Dito! The support on social media had been tremendous, especially in Asia, he said.

Dito! beat the other nominees: Cozy Sticker Ville by Corey Konieczka (Unexpected Games), who drew inspiration from digital “feel-good games” like Animal Crossing and Stardew Valley, as well as Morty Sorty Magic Shop by Markus Slawitscheck (Schmidt), whose potion-shelf-stocking mechanic took cues from Vienna’s market of delicacies, the "Naschmarkt".

The “Spiel des Jahres” shortlist for 2026 includes Hot Streak, Meister Makatsu, Take Time, Toriki, Toy Battle, and Wilmot’s Warehouse.

One guest on stage was Carol Rapp, head of Merz Verlag, which organizes SPIEL, the world’s largest board game fair in Essen. She was enthusiastic about how “magic happens” every time publishers, designers, and visitors come together in Essen.

Also present in Berlin was soccer player Kerstin Garefrekes, a former German national team player and currently the assistant coach of the U23 women’s national team. When asked by the moderator, she emphasized that people no longer found it surprising to see women playing soccer or playing board games, because it was all part of society. Board games are always available for her players; during longer training camps, she said, it was important to have topics other than soccer, and a game night was “the best team-building activity there is.” Garefrekes enjoys playing both competitively and cooperatively, but she, too, had to learn how to lose.

During the awards ceremony, the audience also paid tribute to Reinhold Wittig, founder of the publisher Edition Perlhuhn and the game designers’ convention in Göttingen, who had passed away on April 11; he was a driving force behind the “beer coaster proclamation” and the campaign to print designers’ names on game boxes.

The entire awards ceremony can be viewed here.